Dach­entwässer­ung richtig dimen­sionieren

Unser Servicetool unterstützt Sie bei der sicheren Planung Ihrer Anlage

Dimen­sionier­ung der Dach­entwässerungs­anlage

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Welches Fallrohr (…und wie viele pro Wandseite?) brauche ich für mein Bauvorhaben?
Was bedeutet das für die Wahl der passenden Rinnenträger bis zum nächsten Entwässerungsstrang (…Menge, Lochbild?) ?
WUS liefert Ihnen mit seiner „Berechnungshilfe für die Dimensionierung der Dachentwässerungsanlage“ eine Orientierung was Sie tatsächlich benötigen und — in welchen Mengen. Es sind die Regelwerke der Fachverbände: „Zentralverband des Dachdeckerhandwerks (ZVDH)“, sowie des „Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)“ zu beachten.

Hinweise zur Bemessung
Die Bemessung der Regenabflussleitungen und somit die Zuordnung der Dachrinnengröße ist von der Regenspende abhängig, aber auch noch von der Dachgrundfläche sowie dem Abflussbeiwert (Neigung, Oberflächenbeschaffenheit). Für die Bemessung der Dachfläche, werden die Angaben des Kunden verwendet. Wegen der erhöhten Verschmutzungsgefahr von Dachrinnen werden Regenfallleitungen, um Eindringen von Niederschlagswasser aus der Dachrinne in das Gebäude zu vermeiden, für eine Regenspende von je nach Region mindestens 300I/(s x ha) bemessen.
Um einen Strömungstechnisch günstigen Übergang von der Dachrinne zum Regenfallrohr gewehrleisten zu können, werden nach DIN 1986 – 2 trichterförmige Einläufe verwendet.

Regenspende (r):
Die Regenspende (r) ist die gemessene Regenmenge in der Zeiteinheit, bezogen auf die Fläche in l/(s x ha).
Bei der Regenmenge sind für die Bemessung von Dachentwässerungen die Spitzenbelastungswerte in einer kurzen Zeiteinheit und ihre Häufigkeit von Bedeutung.

Regenwasserabfluss Q:
Regenwasserabfluss ist als Wassermenge definiert, die je Sekunde den Regenwasserleitungen zugeführt wird (l/s).

Nenngröße:
Größenangabe für alle Arten von Dachrinnen und Regenfallrohren, bezogen auf die Zuschnitts-Breite bzw. lichte Weite.

Dachgrundfläche (A):
Auf die waagerechte Ebene projizierte Grundfläche eines geneigten Daches.

Berechnungs­hilfe für die Dimen­sionierung der Dach­entwässerungs­anlage

  • Welches Fallrohr (...und wie viele pro Wandseite?) brauche ich für mein Bauvorhaben?
  • Was bedeutet das für die Wahl der passenden Rinnenträger bis zum nächsten Entwässerungsstrang (...Menge, Lochbild)?

WUS liefert Ihnen mit seiner "Berechnungshilfe für die Dimensionierung der Dachentwässerungsanlage" eine Orientierung was Sie tatsächlich benötigen und — in welchen Mengen. Es sind Regelwerke der Fachverbände: "Zentralverband des Dachdeckerhandwerks (ZVDH)", sowie des "Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)" zu beachten.

Bitte beachten Sie den Hinweis zur Nutzungsvoraussetzung.

Grad
Meter
Meter
Haus Bemaßung
Die Berechnung erfolgt in Anlehnung an DIN 1986-100

Berechnungs­hilfe für die Dimen­sionierung der Dach­entwässerungs­anlage

Beispielrechnung:

Mehrfamilienhaus: 16-Parteien-Haus,
Frankfurt / Kelsterbach, 2019
Es wurden 6 tlg. Fallrohre gewählt.
Das Gefälle beträgt 38°.
Beispielrechnung Haus
Aus optischen Gründen, sollte das Gefälle der Rinne nicht zu groß gewählt werden. Max. 1mm/m Rinne ist empfehlenswert.

Die Dimensionierung der Dachentwässerung ist in Deutschland verbindlich geregelt durch DIN 1986-100:2016-12 (Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056) sowie durch die europäische Bemessungsnorm DIN EN 12056-3:2001-01. Daneben gelten die ZVDH-Fachregeln des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Eine fachgerechte Dimensionierung berücksichtigt die regionale Bemessungs-Regenspende, die Dachgrundfläche und den Abflussbeiwert. Mit dem WUS-Servicetool unten auf dieser Seite ermitteln Sie die notwendige Fallrohranzahl und Rohr-Nennweite pro Wandseite — auf Basis der Regenspende-Werte für ca. 100 deutsche Städte.

Welche Normen regeln die Dachentwässerung in Deutschland?

NormAusgabestandWas regelt sie?
DIN 1986-1002016-12Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke — Bemessung in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056. Hauptnorm für die deutsche Auslegung.
DIN EN 12056-32001-01Schwerkraftentwässerung innerhalb von Gebäuden — Teil 3: Dachentwässerung, Planung und Bemessung (europäisch harmonisiert).
DIN EN 14622004-12Rinnenträger — Anforderungen und Prüfung. (Relevant für die WUS-Rinnenträger-Sortimente.)
ZVDH-FachregelnlaufendRegelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks (Fachregel für Abdichtungen, Fachregel für Dachdeckungen).

Die DIN 1986-100 ist in Deutschland die führende Bemessungsnorm; sie verweist auf die europäische DIN EN 12056-3 und ergänzt sie um deutschland-spezifische Festlegungen, insbesondere zu Regenspende-Werten (5-Minuten-Regen in 5-jähriger Wiederkehrzeit, kurz r(5,5)).

Was ist die Bemessungs-Regenspende r(5,5)?

Die Bemessungs-Regenspende r(5,5) ist die maximal in 5 Minuten erwartete Niederschlagsintensität, die statistisch alle 5 Jahre einmal erreicht oder überschritten wird. Sie ist die Schlüsselgröße für die Dimensionierung der Dachentwässerung nach DIN 1986-100 und wird in Liter pro Sekunde und Hektar [l/(s·ha)] angegeben.

Woher kommen die Werte?

Die Regenspende-Werte stammen aus dem KOSTRA-DWD-Atlas (Koordinierte Starkniederschlags-Regionalisierung des Deutschen Wetterdienstes). Sie sind regional unterschiedlich und werden in der DIN 1986-100 Anhang A bzw. den DWD-KOSTRA-Karten dokumentiert. Das WUS-Servicetool hat die Werte für ca. 100 deutsche Städte hinterlegt; bei nicht gelisteten Standorten ist ein KOSTRA-Auszug zu beschaffen.

Welche Rolle spielt der Abflussbeiwert?

Der Abflussbeiwert C beschreibt, welcher Anteil des fallenden Niederschlags tatsächlich zur Dachrinne abfließt. Für geneigte, glatte Dächer wie Metalldachplatten oder Ziegel liegt C nahe 1,0. Bei intensiv begrünten Dächern oder Schotterdächern liegt C deutlich niedriger (typisch 0,3 bis 0,5). Im Calculator-Tool wird C als Eingabewert abgefragt.

Dachentwässerung dimensionieren in 5 Schritten

1

Dachgrundfläche ermitteln

Die wirksame Dachgrundfläche A wird in Quadratmetern bestimmt. Bei Steildächern ist die horizontale Projektion der geneigten Fläche maßgeblich, bei Flachdächern die reale Fläche. Wandflächen mit Wind-/Schräganstau sind anteilig zu berücksichtigen (DIN 1986-100 Anhang A).

2

Regenspende r(5,5) einsetzen

Für den Bauort wird der Regenspende-Wert aus DIN 1986-100 / KOSTRA-DWD abgelesen. Beispiel: Berlin r(5,5) ≈ 280 l/(s·ha), München ≈ 365, Hamburg ≈ 260.

3

Abflussbeiwert C festlegen

Steildach mit glatter Eindeckung: C = 1,0. Flachdach mit Kies-Auflast: C = 0,5–0,8. Gründächer: C = 0,3–0,5 (DIN 1986-100 Tabelle 9).

4

Bemessungsregenmenge Q berechnen

Q = r(5,5) × A × C / 10.000 (Q in l/s). Beispiel: 200 m², Berlin, Steildach → Q = 280 × 200 × 1,0 / 10.000 = 5,6 l/s.

5

Fallrohranzahl & Nennweite ableiten

Über Q wird gemäß DIN 1986-100 / DIN EN 12056-3 die erforderliche Fallrohr-Nennweite (DN) und Anzahl bestimmt. Beispiel: Q = 5,6 l/s → ein DN-100-Fallrohr (Kapazität nach DIN 1986-100 Tabelle 14).

Hinweis zur Notentwässerung: Über die Bemessungs-Regenspende hinaus verlangt DIN 1986-100 (Abschnitt 14.9) für Flachdächer und Dächer ohne ausreichendes Gefälle eine separate Notentwässerung gegen Jahrhundert-Regenereignisse (Jh100). Notabläufe und Notüberläufe werden zusätzlich zur Hauptentwässerung installiert.

Bemessungs-Regenspende deutscher Städte (Auswahl)

Stadtr(5,5) in l/(s·ha)KOSTRA-DWD-Region
Berlinca. 280Norddeutsches Tiefland
Münchenca. 365Alpenvorland
Hamburgca. 260Norddeutsches Tiefland (Küste)
Schmitten i.Ts. (WUS-Standort)ca. 320Hoher Taunus
7 weitere Städte anzeigenweniger anzeigen
Stadtr(5,5) in l/(s·ha)KOSTRA-DWD-Region
Kölnca. 290Niederrheinische Bucht
Frankfurt a.M.ca. 295Rhein-Main
Stuttgartca. 330Mittelgebirge / Schwäbische Alb
Leipzigca. 275Mitteldeutsches Tiefland
Hannoverca. 270Norddeutsches Tiefland
Nürnbergca. 305Fränkisches Becken
Dresdenca. 285Sächsisches Hügelland

Vollständige Liste der ca. 100 hinterlegten Städte verfügbar im Calculator oben.

Passende WUS-Sortimente zur berechneten Dimensionierung

Häufige Fragen

Was ist die Bemessungs-Regenspende r(5,5) und woher kommt der Wert?
Die Bemessungs-Regenspende r(5,5) ist der 5-Minuten-Regen mit 5-jähriger Wiederkehrzeit — also die Niederschlagsintensität, die statistisch alle 5 Jahre einmal in 5 Minuten erreicht wird. Sie wird in Liter pro Sekunde und Hektar [l/(s·ha)] angegeben und ist die zentrale Eingangsgröße für die Bemessung nach DIN 1986-100. Die regionalen Werte stammen aus dem KOSTRA-DWD-Atlas des Deutschen Wetterdienstes.
Welche Norm gilt in Deutschland für die Dachentwässerungs-Dimensionierung?
In Deutschland gilt DIN 1986-100:2016-12 als Hauptnorm. Sie ist eingebettet in die europäische DIN EN 12056-3:2001-01 und ergänzt diese um deutschland-spezifische Festlegungen. Ergänzend gelten die ZVDH-Fachregeln sowie für Rinnenträger die Bauproduktenorm DIN EN 1462.
Wie berechne ich die Bemessungsregenmenge Q?
Q = r(5,5) × A × C / 10.000. Für Berlin (r ≈ 280), 200 m² Dachfläche und Steildach (C = 1,0) ergibt sich Q = 5,6 l/s.
Brauche ich bei Flachdächern eine Notentwässerung?
Ja. DIN 1986-100 (Abschnitt 14.9) verlangt für Flachdächer eine vom Bemessungs-Regen getrennt dimensionierte Notentwässerung gegen Jahrhundert-Regenereignisse (Jh100). Notabläufe und Notüberläufe werden zusätzlich zur Hauptentwässerung installiert.
Welcher Abflussbeiwert C gilt für welches Dach?
Steildach mit glatter Eindeckung C = 1,0. Flachdach mit Kies-Auflast C = 0,5–0,8. Extensives Gründach C = 0,3–0,5. Intensives Gründach C = 0,1–0,3 (DIN 1986-100 Tabelle 9).
Wie funktioniert die Dachentwässerung an einer WDVS-Fassade?
Bei Wärmedämmverbundsystem-Fassaden erfordert die Befestigung der Rinnenträger und Fallrohrschellen eine Lastverankerung durch die Dämmung in den tragenden Untergrund. WUS bietet hierfür spezielle Schallwärmeschutzdübel-Lösungen, die die Rinnenträger ohne nennenswerten Wärmebrücken-Verlust durch die Dämmstärke verankern. Eine detaillierte Anwendungs-Anleitung ist in Vorbereitung als separate WDVS-Subseite.